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Dicke Pullover sind das ideale Kleidungsstück für die kalte Jahreszeit. Hierzu gehören die üblichen Winterpullover, oder Norwegerpullover, und selbstverständlich Islandpullover. Islandpullover sind üblicherweise rundgestrickt, und aus Islandwolle (sogenannte Lopiwolle) gefertigt. Diese Wolle ist wasserabweisend und recht rauh. Damit sie nicht am empfindlichen Hals scheuert, werden Islandpullis üblicherweise ohne Rollkragen gefertigt. Allerdings sind auch Ausnahmen möglich. Eine gute Bekannte von mir trägt zum Ausritt gerne einen Island-Rollkragenpullover. Der Rollkragen ist mindestens 30 cm lang, sehr fest und eng gestrickt. Damit er eng am Hals anliegt, enthält er ein elastisches Rollkragenband. Ich bezeichne diesen Pullover, auch weil er so sehr kratz, immer als wahrhaftigen Folterpullover. Doch meiner Bekannten scheint es nichts auszumachen, anscheinend trägt sie diesen dicken Pulli ausgesprochen gerne. Sie hat einen empfindlichen Hals, den sie gerne warm hält.
Angenehm zu tragen sind auch Rollkragenpullover, Aranpullover, und dicke Schurwollpullover mit traditionellen skandinavischen Mustern. Norwegerpullover sind üblicherweise nicht rundgestrickt, sondern mit angesetzten Ärmeln. Ebenfalls unüblich - wenngleich nicht völlig ausgeschlossen - sind Raglanärmel. Ein Norwegerpullover, oftmals auch Fischerpullover bezeichnet, ist mit Rollkragen erhältlich, oder mit Rundausschnitt. Diese klassischen Pullover sind fest gestrickt, denn der kühle Wind soll nicht so schnell durchkommen. Durch die angesetzten Ärmel sieht ein solcher Pullover recht maskulin aus. Sogar etwas fülligere Frauen mit weiblichen Rundungen wirken durch den Schnitt und die pittoreske Musterung schlanker, männlicher und drahtiger.
Doch nicht nur im Winter sind sie die ideale warme Kleidung. Auch bei kühlen Sommerabenden lassen sie sich tragen. Es müssen ja nicht immer so extrem dicke Maschen sein. Dünnere Schafschurwolle ist ideal für gestrickte Unterwäsche wie z.B. rustikal gestrickte Unterhosen.
Dabei ist egal, ob sie aus rauher Norwegerwolle, aus wasserabweisender und zugleich hervorragend wärmender Islandwolle gefertigt sind. Es bieten sich zahlreiche andere Wollarten an, zartflauschige und zugleich langhaarige Mohairwolle, Mohairmix aus verschiedenen Fasern. Etwaige Kunstfasern sorgen für die entsprechende Robustheit und Farbechtheit.
Wolle paßt hervorragend zum stürmischen Herbst, in gedeckten Farben paßt sie ideal zum sogenannten goldenen Oktober. Doch auch kräftige Naturfarben sehen gut aus. Ganz hervorragend wirkt sie in Melangeoptik, z.B. wenn zwei farblich changierende Garne miteinander vermischt werden.
Zum Frühlingserwachen, wenn die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht, dürfen durchaus kräftige Farben getragen werden. Nette Akzente lassen sich durch Kontrastfarben erreichen. Mein derzeitiger Favorit ist Zitronengelb, kombiniert mit Violett. Auch andere Farben auf der Purpurlinie sehen gut aus, insbesondere wenn als Hintergrundfarbe z.B. Grüntöne und Erdtöne bzw. Braun gewählt wird. Naturfarben passen gut zu Cyan, zu Himmelsblau, teilweise auch zu Pink und Magenta.
Eine faszinierende, teilweise mystische Farbwirkung läßt sich durch die Kombination von Schwarz mit Violett erreichen. Fast schwarzes Violett hat eine geheimnisvolle Ausstrahlung, und wird gerne in der Gothic-Szene getragen.
Für den Sommer sind Stricksachen ideal, die luftig und locker leicht gestrickt sind. Hier bieten sich Mischgarne mit Baumwolle und Leinen an. Man sollte meinen, daß bei hohen Temperaturen warme Wolle nicht gerne getragen wird. Doch es gibt ausgesprochene Wollfetischisten,die auch im Sommer nicht davon ablassen können. So gibt es feminine Wolldessous, und Willywarmer für die Herren der Schöpfung, lange Strickkleider aus Schurwolle, Catsuits aus Mohair und Kaschmir. Für den Besuch eines Mittelaltermarktes ist z.B. eine Gugel ein stilvolles Accesoires. Henker und andere Leute hingegen, die ihr Gesicht nicht zu erkennen geben möchte, tragen hingegen eine Balaclava bzw. Balaklava. Hierbei handelt es sich um eine Kopfhaube - oftmals aus schwarzer Wolle - die nur die Augen erkennen läßt.
Liebhaber gestrickter Kleidung verwenden oftmals Schurwolle aus heimischer Produktion. Gerne verwendet wird die Wolle vom Coburger Fuchsschaf, weil sie einen rötlichen Grundton hat. Sie ist recht rauh, und nur etwas für ganze Kerle. Beliebt ist auch die Wolle vom Bentheimer Landschaf. Wenn sie nicht zu stark entfettet wurde, und genügend Lanolin enthält, riecht sie richtig doll nach Schaf, insbesondere wenn sie feucht wird (sei es durch Regen oder durch den Hautschweiß, wenn man sie als wärmende Unterwäsche direkt auf der Haut trägt). Von der Lüneburger Heidschnucke werden gerne Teppiche gefertigt. Denn die Wolle hat eine große Stapellänge, ist strähnig und rauh. Doch ein richtiger Wollliebhaber trägt natürlich gerne einen Heidschnuckenpullover, denn es zeigt seine Naturverbundenheit.
Eine ländlich wirkende Wolle liefert auch das Rauhwollige Pommersche Landschaf. Es ist dunkelgrau bis fast schwarz, wobei das schwarz ein wenig bläulich wirkt. Aus seiner Wolle werden gerne Accessoires gestrickt, wie z.B. Leggings, Stulpen, Overknees, Doppelschals und Handgelenkwärmer. Eine gute Bekannte hat sogar eine Doppelmütze (Bikini) aus dieser derben Wolle.
Doch es muß nicht immer ein dicker Winterpullover sein. Alltags sieht ein dünner Rollkragenpullover klasse aus. In gedeckten Farben ist er sogar bürotauglich. Ein Klassiker ist ein schwarzer Rollkragenpullover, der in der Kombination mit einem Anzug seriös aussieht. Für Herren empfiehlt sich ein anthrazitfarbener oder schwarzer Kaschmirrollkragenpullover. Feine Damen dürfen gerne kräftigere Farben tragen, idealerweise in Verbindung mit einem Kostüm. Dabei sollten sie darauf achten, daß die Beine nicht zu sehr auskühlen. Eine warme Wollstrumpfhose paßt immer, und sieht fein genug aus. Am Casual Friday oder während der Freizeit darf es gerne eine dicke Strickstrumpfhose sein. Entweder mit Rippenmuster oder mit Zopfmuster. Beides paßt gut zum Landhausstil, entweder mit einem Wollrock, oder einem warmen Strickkleid.
Ein wenig aus der Mode sind die typischen Shetlandpullover gekommen. Shetlandwolle wärmt sehr gut, denn auf den Shetlandinseln halten sich die Schafe die ganze Zeit im Freien auf. Entsprechend dicht und warm ist ihr Fell.
Mittlerweile gibt es mehrere deutschsprachige Foren zu der faszinierenden Welt der Wolle. Eine einfache Suche mit Google bringt zahlreiche Ergebnisse. Eins davon ist nachfolgend erwähnt. Die Anmeldung ist recht einfach, wird allerdings vom Moderator geprüft. Nach der Freischaltung erhält man lediglich Zugang zum Vorstellungsbereich. Dort sollte man sich innerhalb weniger Tage vorstellen. Erst danach erhält man Zugang zu den zahlreichen Unterforen.
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